"Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später." (Wilhelm Busch)
"Teilnehmen ist wichtiger als siegen." (Pierre Baron de Coubertin)
"Je schwieriger ein Sieg, desto größer die Freude am Gewinnen." (Pelé)

„Das Glas ist immer halbvoll und nicht halbleer!“

Bereits zum sechsten Mal verlieh der Kreissportbund Herford am vergangenen Freitag den Walter-Schulz-Preis für herausragendes Engagement im Sport. In diesem Jahr ging der Preis, der seinen Namen dem langjährigen Vorsitzenden des Kreissportbundes Herford verdankt, an Claudia Kampe vom TV Elverdissen von 1910. Damit geht der mit 400 Euro dotierte Ehrenamtspreis zum zweiten Mal an eine Frau im Sport. Nach den Grußworten des Landrates Jürgen Müller und einer Rede des Landtagsabgeordneten Christian Dahm - der eine Lanze für das Ehrenamt brach - gab es abschließend lobende Worte vom KSB-Präsidenten Ulf Dreier für die diesjährige Preisträgerin in seiner Laudatio: „Claudia Kampe ist eine Institution, Ansprechpartnerin, Organisatorin, Helferin und Freundin. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass es noch mehr Claudias im Ehrenamt gibt!“.

Als die sichtlich gerührte Preisträgerin dann in ihrer herzlichen und authentischen Dankesrede sich bei ihrer Familie, den vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern bedankte und dabei eindeutig belegte, mit welchem Enthusiasmus Ehrenamt vielfach gelebt wird, spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen Anwesenden klar, dass die diesjährige Wahl die richtige Person getroffen hat.

„Für mich ist das Glas immer halbvoll und nicht halbleer“, so die Devise von Claudia Kampe

Die 57-Jährige ist bereits seit 24 Jahren im Vorstand des TV Elverdissen (TVE) tätig. Mit 18 Jahren übernahm sie zunächst als Turnwartin ein Ehrenamt in „ihrem“ TVE. Sie ist stellvertretende Vereinsvorsitzende für die 1.350 Sportlerinnen und Sportler in sechs Abteilungen, arbeitet aber auch im Offenen Ganztag der Grundschule Elverdissen, dessen Trägerschaft der TVE vor einigen Jahren übernommen hat.

Schwimmkurse sind ihr ein besonderes Anliegen. Der Wiederaufbau der Elverdisser Schwimmabteilung führte unter anderem dazu, dass mehr Kinder das Seepferdchenabzeichen ablegen können, wie noch zuvor. Das Ehrenamts-Gen hat sie nach eigener Aussage von ihrem Vater Friedhelm Meyer geerbt, der einst das Clubheim am alten Sportplatz baute. Auch ihre drei Söhne sind aktive und engagierte Sportler.

Jenseits des Sportplatzes zeichnet den Verein auch das Mitwirken am weiteren Dorfleben aus. Ob Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt, der lebendige Adventskalender, der Bayrische Abend oder Tanz in den Mai, immer ist der TVE mittendrin statt nur dabei.

„Auch Angebote zum Herforder „Sport im Park“ organisiert Kampe für den TVE, der zwar ein Verein für das Dorf, aber keinesfalls ein „Dorfverein“ immer Sinne von antiquierter Ehrenamtsarbeit ist“, brachte es des KSB-Präsident Ulf Dreier treffend auf den Punkt. Nach dem offiziellen Teil der Preisverleihung blieben an diesem Abend die Gäste gefühlt etwas länger als gewohnt. Vielleicht lag es an der herzlichen Atmosphäre, zu der die Preisträgerin 2023 beitrug.

Foto v.l. Colette Pöppel-Stadelmann (Vizepräsidentin KSB Herford), Thorsten Gerhold (Sparkasse Herford), Preisträgerin Claudia Kampe, Ulf Dreier (Präsident KSB Herford) und Landrat Jürgen Müller.